EU AI Act — Art. 50 Selbst-Check
Sind Sie am 2. August 2026 konform? 10 Fragen, 3 Minuten, keine Anmeldung.
Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenz-Pflichten des EU AI Act (Art. 50) für jeden, der ein KI-System in der EU betreibt, das mit Menschen interagiert. Bußgelder: bis zu 15 Mio. € oder 3% des globalen Jahresumsatzes. Dieser Check geht die wichtigsten Pflichten durch, die einen Praxisbetrieb, einen Handwerker oder eine Kanzlei treffen können. Keine Anwaltsberatung — aber ein belastbares Ampelbild.
- 01
Nutzen Sie ein KI-System, das direkt mit Menschen interagiert (Sprachassistent, Chatbot, automatisierte E-Mail-Antwort)?
Wenn Nein: Die Transparenzpflicht aus Art. 50(1) greift nicht. Andere Pflichten (DSGVO, Logging) können trotzdem gelten.
EU AI Act Art. 50(1)
- 02
Gibt Ihr Sprach- oder Chat-KI-System zu Beginn jeder Interaktion unaufgefordert zu erkennen, dass es eine KI ist?
Opener wie 'Hier spricht die virtuelle Assistentin von …' reicht. Erst auf Nachfrage zuzugeben ist nicht konform.
EU AI Act Art. 50(1)
- 03
Markieren Sie KI-generierte Inhalte (Audio, Bild, Video, Text) maschinenlesbar als synthetisch (z. B. C2PA)?
Pflicht für Anbieter, die synthetische Inhalte erzeugen. Für reine Betreiber eines Chatbots meist nicht relevant.
EU AI Act Art. 50(2)
- 04
Holen Sie auf aufgezeichneten Gesprächen die Einwilligung beider Parteien ein (Zwei-Parteien-Konsens)?
In Deutschland durch §201 StGB geschützt. Ein einfaches 'Dieses Gespräch wird zu Qualitätszwecken aufgezeichnet' mit Opt-Out-Möglichkeit reicht.
StGB §201 (flankierend)
- 05
Ist das KI-System so gebaut, dass es keine rechtlich bindenden Zusagen ohne menschliche Freigabe macht (Preis, Liefertermin, Vertragsschluss)?
Ein Preiszitat durch die KI kann nach §145 BGB bindend sein. Wir empfehlen: Preisangaben nur als Richtwert mit menschlicher Bestätigung.
BGB §§145 ff. (flankierend)
- 06
Führen Sie Logs der KI-Interaktionen mindestens 6 Monate (für Audit und Nachvollziehbarkeit)?
Artikel 12 des AI Act verlangt 'automatische Aufzeichnungen' für Hochrisiko-Systeme; für Limited-Risk-Systeme ist es Best Practice für Haftungsfälle.
EU AI Act Art. 12 (Best Practice)
- 07
Haben Sie Ihren KI-Einsatz klassifiziert (prohibited / high-risk / limited-risk / minimal-risk)?
Für die meisten SMB-Telefonassistenten und Chatbots: Limited Risk (Art. 50 gilt). Ein Stempel im Verarbeitungsverzeichnis reicht.
EU AI Act Art. 6 & Annex III
- 08
Gibt es einen DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis-Eintrag (Art. 30) für das KI-System?
Pflicht ab dem ersten Datensatz. Muss Zweck, Rechtsgrundlage, Datenkategorien, Empfänger, Löschfrist enthalten.
DSGVO Art. 30
- 09
Ist Ihr KI-Anbieter in der EU ansässig oder haben Sie einen SCC-Vertrag (Standardvertragsklauseln) mit ihm?
Telnyx (EU-POPs), Anthropic (EU-Datenresidenz via AWS Frankfurt), OpenAI (SCC) sind alle möglich. Prüfen Sie den AVV.
DSGVO Art. 44 ff.
- 10
Gibt es einen sichtbaren Opt-Out- oder Mensch-Übergabe-Pfad für Nutzer, die nicht mit einer KI sprechen möchten?
Ein '0 für Mitarbeiter' im IVR oder ein 'Mensch anrufen' im Chat reicht. Nicht dokumentiert, aber gelebte Praxis und juristisch defensiv.
Best Practice
So funktioniert der Check
- 01
10 Ja/Nein-Fragen
Jede Frage adressiert eine konkrete Pflicht aus Art. 50 oder ein flankierendes Gesetz (DSGVO, StGB §201, DDG §5).
- 02
Ampelbild
Grün = konform. Gelb = prüfen. Rot = Lücke. Die roten Punkte sind priorisiert zu schließen.
- 03
Keine Datenerfassung
Die Antworten verlassen Ihren Browser nicht. Kein Submit, keine E-Mail, keine Datenbank.
Häufige Fragen
Ab wann gilt Art. 50 wirklich?
2. August 2026. Ab diesem Datum müssen KI-Systeme, die direkt mit Menschen interagieren (Sprachagenten, Chatbots, KI-generierte E-Mail-Antworten), dem Gegenüber upfront und in verständlicher Form offenlegen, dass es sich um eine KI handelt. Synthetisch erzeugte Inhalte (Audio, Video, Bild, Text) müssen maschinenlesbar markiert sein.
Was passiert bei Verstoß?
Bußgelder bis zu 15 Mio. € oder 3% des globalen Jahresumsatzes (je nachdem, was höher ist) für Transparenz-Verstöße. Für prohibitive Use Cases (Art. 5): bis zu 35 Mio. € oder 7%. Dazu kommt: wettbewerbsrechtliche Abmahnungen nach UWG durch Konkurrenten sind ebenfalls möglich.
Gilt das auch für eine kleine Praxis oder einen Handwerker?
Ja. Der AI Act unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße. Der entscheidende Hebel ist, ob ein KI-System mit natürlichen Personen interagiert. Ein KI-Telefonassistent, der in einer Praxis mit 3 Mitarbeitern Termine bucht, ist genauso betroffen wie ein großer Call-Center-Betrieb.
Reicht es, im Opener 'Hier spricht die KI-Assistentin' zu sagen?
Für die Transparenzpflicht des Art. 50(1) ja — vorausgesetzt es geschieht upfront (nicht erst auf Nachfrage) und in einer Form, die ein durchschnittlicher Anrufer versteht. Aber: Aufnahme-Einwilligung (§201 StGB), DSGVO-Transparenz (Art. 13), und Opt-Out-Pfad sind zusätzliche Pflichten, die Art. 50 nicht abdeckt.
Was ist, wenn ich nur einen Chatbot auf meiner Website habe?
Genauso betroffen. Text-KI ist vom Art. 50 umfasst, sobald sie mit Menschen interagiert. Der Chatbot muss sich zu Beginn des Gesprächs als KI zu erkennen geben — typischerweise als erste Nachricht oder als Label im Chat-Fenster.
Wie hilft Mandu Studios konkret?
Wir implementieren KI-Systeme seit Ende 2024 mit Art. 50-konformem Opener als Default. Auf Wunsch liefern wir: DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis-Eintrag, Einwilligungs-Handling für Aufnahmen, Opt-Out-Pfad im Gesprächsflow, maschinenlesbare Content-Provenance (C2PA-Markierung) für synthetische Ausgaben. 30 Minuten Erstberatung genügen für die Einschätzung, welche Pflichten Sie in Ihrem Fall treffen.
Unsicher, was davon auf Sie zutrifft?
30 Minuten am Telefon. Kostenlos. Wir gehen Ihren KI-Einsatz konkret durch und benennen, was bis 2. August 2026 passieren muss.